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  • Anonymität

XLeap - Die Macht der Anonymität

Zur Sache, bitte!

Die Macht der Anonymität

XLeap bietet und empfiehlt Anonymität in Meetings. Nichts fördert die Bereitschaft, sich freimütig mitzuteilen, wirksamer und reduziert Vorurteile zur Person drastischer als Anonymität.

Dabei stößt das Plädoyer für Anonymität ab und an auf eine wohlmeinend-abgeklärte Entgegnung vom Typ "Ja, aber", und zwar unter Anrufung der Unternehmenskultur, etwa "Ja, wir sehen den grundsätzlichen Nutzen von Anonymität, aber wir haben eine offene Unternehmenskultur. Bei uns muss niemand Scheu haben, seine Meinung zu sagen."

Dieser kulturelle Einwand verkennt das Problem.

Gegen den Strom schwimmen

Es geht um die Situation von Menschen in Meetings

Eine repressionsfreie Unternehmenskultur ist eine wertvolle Errungenschaft. Gleichwohl verfehlt der kulturelle Einwand gegen Anonymität das Thema gleich in mehrfacher Hinsicht:

Erstens ist die Furcht vor Konsequenzen seitens der Vorgesetzten nicht der einzige und wohl auch nicht der wichtigste Faktor, der Menschen daran hindert, sich in Meetings frei mitzuteilen. Mindestens ebenso wichtig sind Loyalitäten, geschuldete Gefallen, die Furcht vor Lächerlichkeit oder die schlichte Scheu, sich vor einer Gruppe zu äußern.

Kleines Team diskutiert

Zweitens geht es keineswegs nur darum, sich freimütig mitzuteilen. Für einen fruchtbaren Meinungsaustausch ist es mindestens ebenso wichtig, dass das Gesagte wirklich offen, ohne Ansehen der Person oder ihrer Gruppenzugehörigkeit aufgenommen und sachlich bewertet wird.

Drittens unterscheiden sich Meetings wesentlich von den sonstigen Gesprächen, die wir mit unseren Kollegen führen. Die im kollegialen Gespräch üblichen und zielführenden Verhaltensweisen versagen weitgehend, wenn sich 5 oder mehr Personen zu einer Besprechung einfinden. Die zutreffende Einschätzung und stille Voraussetzung von Wissen, Blickkontakt, Körpersprache oder ein einfaches Nicken, das bestätigt, dass unsere Botschaft angekommen ist, funktionieren in größeren Gruppen einfach nicht mehr.

Kein Wunder, dass die meisten Menschen, gerade bei positiver Wahrnehmung der Unternehmenskultur, von vielen Meetings enttäuscht sind. Gerade dort, wo ansonsten alles in Ordnung ist, fällt eben besonders auf, dass der sonst praktizierte und erwartete freie Meinungsaustausch sich in Meetings so nur selten einstellen will.

Meetings sind vor allem soziale Veranstaltungen

In Meetings schlägt die soziale Ebene regelmäßig die Sachebene: Die Situation in Meetings ist komplexer und der Einsatz höher als bei einer 'normalen' Unterhaltung mit Kollegen. Je größer der Teilnehmerkreis, desto größer die Gelegenheit, vor Publikum zu glänzen oder aber sich zum Narren machen. Letzteres ist keineswegs abwegig, denn wir sind uns nicht immer ganz sicher und es ist ziemlich wahrscheinlich, dass einige Teilnehmer mehr wissen als wir. Mit 5 oder mehr Teilnehmern ist es fast unmöglich, die non-verbalen Signale sicher zu deuten. Wurde unser Punkt verstanden? Ist unsere Botschaft angekommen? Video hin oder her, in Online-Meetings geht die Chance, die Gruppe zutreffend zu 'lesen', erst recht gegen Null. Was liegt da näher, als den Punkt noch einmal mit anderen Worten zu wiederholen, nur um ganz sicher zu gehen? Vielleicht mit ein paar Einschränkungen, und Erläuterungen, um Missverständnissen vorzubeugen? Schließlich weiß man nicht, ob man noch einmal an die Reihe kommt, um in den falschen Hals Geratenes klarzustellen.

Es gibt viele Gründe, den Mund zu halten

Die Reaktionen der Einzelnen auf diese Unübersichtlichkeit könnten unterschiedlicher nicht sein: Selbstdarsteller genießen die Gelegenheit, vor Publikum schauzulaufen. Andere überwinden ihre Vorbehalte und sprechen offen zur Sache. Sie akzeptieren die damit verbunden Risiken aus Pflichtgefühl oder weil sie am Ergebnis ein Interesse haben. Die meisten spielen auf Sicherheit. Sie beschränken sich auf Unverfängliches, vermeiden Kritik, um selbst nicht kritisiert zu werden. Wenn sie schon etwas sagen müssen, warum nicht einfach einem der Vorredner (am besten gleich allen!) zustimmen?

Leider fallen viele, die Substantielles zur Sache beitragen könnten - 'Alte Hasen', Experten und Ingenieure - in diese zuletzt genannte Gruppe der Vorsichtigen, und zwar aus gutem Grund: Gerade für diese Fachleute ist die Fallhöhe erheblich.

In Meetings erweisen sich Rücksichtnahmen auf den sozialen Status und das eigene Selbstwertgefühl regelmäßig als stärker als das Streben nach Ergebnissen in der Sache. Den Preis dafür zahlt zuerst die Organisation, aber nicht nur sie. Die allermeisten Teilnehmer bedauern den Mangel an Ergebnissen. Sie würden sehr gerne nach besten Kräften beitragen, die Dinge sachlich und unvoreingenommen beurteilen und als Team erfolgreich sein. Wenn sie nur könnten!

Anonymität ändert alles

Anonymität ändert die Situation in Meetings grundlegend, indem sie die soziale Komponente ausschaltet, und zwar genau so lange wie nötig, um einen offenen Gedankenaustausch zu gewährleisten, um aus den Teilnehmern herauszuholen, was in ihnen steckt, und um die Ergebnisse zu erzielen, zu denen sie fähig sind.

Mit XLeap können Teilnehmer beitragen, wenn sie etwas zu sagen oder zu fragen haben, ohne darauf warten zu müssen, an die Reihe zu kommen. Anonymität erhöht die Bereitschaft, diese technische Möglichkeit auch wahrzunehmen und dabei zur Sache zu kommen, nach dem Motto, "Egal. Wenn die anderen meinen Beitrag für Unsinn halten (oder sonst irgendwie anstößig), ist das deren Problem."

Mindestens ebenso wichtig ist, dass Anonymität es den Teilnehmern ermöglich, das Gesagte ohne Ansehen der Person aufzunehmen. Wenn Menschen nicht wissen, von wem etwas stammt, ist es ihnen auch unmöglich, automatisch die Ohren zu verschließen und auf 'Durchzug' zu schalten, sobald die falsche Person auch nur Luft holt. Die Spekulation über Motive und verdeckte Absichten ist witzlos. Die Aufmerksamkeit konzentriert sich stattdessen darauf WAS gesagt wird.

Vorurteile verhindern Zuhören
Die Bereitschaft sich mitzuteilen und zuzuhören verstärken sich wechselseitig

Sagen, was Sache ist, und vorurteilsfreies, faires Hinhören sind unabdingbar für eine zielführende Diskussion. Beide Faktoren verstärken sich wechselseitig:

  1. Wenn meine Beiträge auf grundsätzlich offene Ohren treffen, lohnt es sich, mitzuteilen was ich weiß und denke.
  2. Wenn es mir freisteht, eine Idee (ein Konzept, einen Vorschlag usw.) zu unterstützen oder zu kritisieren, lohnt es sich, dieser Idee meine Aufmerksamkeit zu widmen.

Das erhöht die Relevanz in Meetings grundlegend: Relevante Fakten (Ideen, Meinungen usw.) werden offen mitgeteilt und auf der Sachebene diskutiert, ohne Ansehen der Person. Das spart Zeit, motiviert zu echter Beteiligung und liefert überlegene Ergebnisse.

Im Übrigen entzieht Anonymität drei ewigen Meeting-Ärgernissen die Grundlage:

  • Selbstdarstellung (schaut her, WIE ICH es sage) läuft ins Leere
  • Dominanz (es ist wichtig, WEIL ICH es sage) zieht argumentativ nicht
  • Wiederholungen (wie mein Vorredner schon sagte) sind witzlos

Lädt Anonymität nicht zu Missbrauch ein?

In einer anonymen Diskussion sind Schläge unter die Gürtellinie eher selten. Attacken auf die Person sind ungeeignet, einen Standpunkt zu diskreditieren, wenn der Zusammenhang zwischen Person und Aussage aufgehoben ist. Gleiches gilt für das Niedermachen einer Aussage, nur um die dahinterstehende Person zu treffen.

Gruppen begreifen diese Zusammenhänge intuitiv. Am offensichtlichsten profitieren in sich zerstrittene Gruppen. Sie ergreifen die Chance, die vergiftete Beziehungsebene zu verlassen, um (zur Abwechslung) etwas gemeinsam zu erreichen. Das ist nicht überraschend, denn die allermeisten Menschen ziehen lieber an einem Strang, und sehen, dass sich etwas bewegt, anstatt sich wechselseitig zu blockieren.

Glücklicherweise lässt sich Anonymität in XLeap einfach anschalten. Sie wird mit der Zeit sogar mächtiger, wenn die neuen Spielregeln vollständig verinnerlicht sind. Anonymität und der Einsatz von XLeap sofort verstanden als 'jetzt geht es um die Sache.'

Ändert XLeap die Unternehmenskultur?

Wahrscheinlich, aber in Maßen. Sobald es mit der Anonymität vorbei ist, kehren die Meeting-Teilnehmer zu ihren üblichen Verhaltensmustern zurück. Allerdings in einer entscheidenden veränderten Situation: Jetzt liegen die Fakten, Meinungen und Optionen auf dem Tisch, mitsamt Gegenargumenten und Fragen, manche davon vielleicht noch offen.

Diese Ideen, Fakten, Argumente und offenen Fragen können jetzt berücksichtigt oder weiterbearbeitet werden. Hinzu kommt, dass alle - auch die, die nicht selbst an der XLeap Session teilgenommen haben - darauf vertrauen können, dass alles gesagt und hinterfragt werden konnte, dass es mit rechten Dingen zugegangen ist. Das baut Misstrauen ab und stärkt das Grundvertrauen.

Verifikation

Der Preis dafür, dass die Dinge auf den Tisch kommen und auf der Sachebene diskutiert werden, ist, dass man eben nicht weiß, wer etwas gesagt hat. Damit entfällt die klassische Einschätzung der Vertrauenswürdigkeit einer Information nach ihrer Quelle, dem Ruf der Person, von der sie stammt.

Glücklicherweise gibt es andere Möglichkeiten, Informationen zu überprüfen.

Manager stehend

Verifikation durch die Gruppe. Gerade anonyme Beiträge müssen durch Plausibilität überzeugen. Steile Thesen werden hinterfragt, denn skeptische Nachfragen wie, "Kaum zu glauben. Bitte ein Beispiel!" fallen anonym sehr viel leichter. Anders als in der mündlichen Auseinandersetzung sind anonyme Nachfragen ohne die Bereitschaft zur persönlichen Konfrontation möglich.

Ein weiteres Mittel zur Verifizierung von Sachverhalten sind Abstimmungen. Mit Abstimmungen lassen sich Aussagen zügig bewerten nach einem oder mehreren Kriterien wie 'Wichtigkeit', 'Dringlichkeit' oder 'Wirksamkeit'. Weil Unzutreffendes nicht wichtig, dringend oder wirksam sein kann, identifizieren Abstimmungen schnell und zuverlässig was nach Meinung der Teilnehmer wahr UND wichtig/dringend/wirksam ist.

Verifikation durch eine Vertrauensperson. Nachdem Anonymität dafür gesorgt hat, dass alle relevanten Sachverhalte (Ideen, Meinungen, usw.) auf dem 'Tisch' liegen und hinterfragt werden konnten, kehren Sie zu traditioneller persönlicher Kommunikation zurück. Fragen Sie jemanden, dem Sie vertrauen und der sich mit der Materie auskennt, etwa "Claudius, wie sehen Sie das? Ist das eine solide Entscheidungsgrundlage?" Eine solche Frage können Sie in der Session stellen oder danach, am besten im kleinen Kreis von nicht mehr als drei Personen, in dem Claudius und Claudia frei sagen können, was sie denken und in dem Nachfragen und Klarstellungen problemlos möglich sind. Die Teilnehmer eines solchen Gesprächs müssen nicht an der Session teilgenommen haben. Das wortgetreue automatische XLeap-Protokoll liefert alles Notwendige.

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